Seeadler stirbt an Bleivergiftung

Dieser Bericht ist zwar nicht von der Insel Usedom, aber vergleichbare Fälle gab es hier leider auch!

Dringende Bitte an einheimische Jäger: VERWENDET BLEIFREIE MUNITION!

 


Blei im Magen: Seeadler-Weibchen stirbt in Berliner Tierklinik

Der Greifvogel ist qualvoll erstickt. Ursache soll eine Vergiftung gewesen sein.  (OZ vom 10.11.2012)

 


Dieses achtjährige Seeadler-Weibchen wurde stark geschwächt bei Torgelow gefunden. Es kam mit Atemnot in die Berliner Tierklinik, wo es jedoch verstarb. Foto: Nabu/Hallau
Dieses achtjährige Seeadler-Weibchen wurde stark geschwächt bei Torgelow gefunden. Es kam mit Atemnot in die Berliner Tierklinik, wo es jedoch verstarb. Foto: Nabu/Hallau

 

Berlin (OZ) - Eine Vergiftung durch Bleimunition ist einem Seeadler in Mecklenburg-Vorpommern zum Verhängnis geworden. Wie der Naturschutzbund (Nabu) in Berlin gestern mitteilte, starb ein achtjähriges Seeadlerweibchen tags zuvor in der Kleintierklinik der Freien Universität Berlin. Der Vogel war am Mittwoch bei Torgelow (Kreis Vorpommern-Greifswald) gefunden und der Nabu-Wildvogelstation in Marzahn-Hellersdorf gemeldet worden, sagte eine Nabu-Sprecherin. Der Seeadler kam mit schwerer Atemnot zu den Tierärzten. Sie stellten im Blut eine Bleikonzentration fest, die etwa dreimal so hoch war wie eine tödliche Dosis. Auf dem Röntgenbild waren im Magen Bleipartikel zu sehen.

Seit 2011 wurden bereits rund 80 Seeadler mit Bleivergiftungen an der FU-Tierklinik in Düppel behandelt, sagte Nabu-Vize Rainer Altenkamp. Nur zehn bis 15 Prozent der Tiere hätten überlebt. Zumeist löst die hohe Bleikonzentration im Körper Atemnot aus. Die Tiere ersticken qualvoll.

Die Bestände des majestätischen Greifvogels stehen in Deutschland unter Schutz. Sie haben sich insbesondere nach dem Verbot von Pestiziden wie DDT in den 1970er Jahren erholt. Verluste durch Bleivergiftungen hätten aber immer negative Folgen für die Population, so Altenkamp. „Bei dem nun verendeten Weibchen ist das besonders schmerzlich, denn es hatte wahrscheinlich schon einen Partner und Bruterfolge.“ Der Nabu schätzt, dass es bundesweit rund 500 Seeadler-Paare gibt, davon 170 in Mecklenburg, 110 in Brandenburg und rund 100 in Sachsen. Verbreitet sind die Tiere vor allem wieder im Nordosten Deutschlands.

Um Bleivergiftungen der Vögel zu verhindern, fordert der Nabu ein Verbot bleihaltiger Munition im Bundesjagdgesetz. Bisher sind die Geschosse nur in den Berliner Forsten verboten. Die Brandenburger Landesforsten wollen im April 2013 nachziehen, allerdings soll das Verbot dann nur für rund ein Drittel des bejagbaren Waldbestands gelten. Der Rest sei in anderem Besitz. In anderen Bundesländern gibt es bisher lediglich regionale Einschränkungen.

Aktuelles

MACHEN SIE MIT!

Kiebitzregenpfeifer am Peenemünder Strand (foto ak)

 

Besuchen Sie uns!

KOMMEN SIE VORBEI!

Machen Sie uns stark!