Schatz rettete Karniner Brücke vor dem Abriss

/OZ/LOKAL/WLG vom 04.05.2012

OZ LESERBRIEF

 

 

Zur Bedeutung der Karniner Brücke für die Natur: Die Eisenbahnbrücke in Karnin ist wohl jedem Inselbewohner ein Begriff. Dass der noch stehende Hubteil als technisches Denkmal unter Bestandsschutz steht, ist auch allgemein bekannt. Aber die Karniner Brücke beherbergt einen Schatz, der sie schon einmal vor dem drohenden Abriss gerettet hat!

Auf dem im Peenestrom stehenden Mittelteil der ehemaligen Eisenbahnhubbrücke findet man eine in Deutschland einmalige Brutkolonie der Turmfalken.

Im Mai 1990 war diese naturkundliche Kostbarkeit der wichtigste Grund zur Rettung der Brücke vor dem drohenden Abriss. Der schwimmende Kran war bereits unterwegs, um mit den Arbeiten zu beginnen.

Zu diesem Zeitpunkt waren es der Kreisnaturschutzbeauftragte Claus Schönert aus Heringsdorf und der Zirchower Pastor Otto Simon — beide seit Jahrzehnten engagiert für die Natur der Insel — die die Öffentlichkeit aufmerksam machten. Gemeinsam mit Jugendlichen aus Zirchow zählten sie die Nester der Turmfalken und wiesen darauf hin, dass die Greifvögel und ihre Brutplätze unter Naturschutz stehen. Damit war Zeit gewonnen. Später wurde die Brücke dann zum technischen Denkmal erklärt.

2011 wurden 17 Brutpaare des kleinsten bei uns heimischen Falken auf der Brücke gezählt. Auch der Vogel des Jahres 2012 ist auf der Brücke zu Hause: etwa 20 Dohlen-Paare nisten alljährlich in enger Nachbarschaft zu den Falken.

Der NABU (Naturschutzbund) Insel Usedom unterstützt die Ansiedlung der Falken durch das Anbringen von Nistkästen. Gemeinsam mit Vertretern der Deutschen Bahn sind die Usedomer Naturschützer auch in diesem Jahr wieder auf der Brücke, damit sich die Turmfalken auf dem technischen Denkmal weiterhin wohl fühlen.

Dirk Weichbrodt, NABU Usedom e.V.

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