Robben stranden an Usedoms Küste

Usedomkurier 13.06.2013

Gleich mehrere Meerestiere werden tot auf der Ostseeinsel angeschwemmt. Über die Todesursache wird noch spekuliert.

 

Trassenheide (sg)  

So einen Anruf aus der Leitstelle in Greifswald hat Wehrführer René Bleyl von der Freiwilligen Feuerwehr in Trassenheide noch nie zuvor bekommen. Urlauber meldeten den Fund einer toten Robbe am Strand zwischen Trassenheide und Karlshagen. Zu viert rückten die Kameraden in Richtung Campingplatz aus und fanden den Kadaver an beschriebener Stelle. „Die Urlauber waren zwar neugierig, hatten sich dem Tier aber nicht genähert“, berichtet Bleyl.

Mittels eines Sackes und einer Schubkarre bargen die Feuerwehrmänner das Tier. „Um die 45 Kilogramm wog es. Das war schon etwas Besonderes, etwas, was wir nicht alle Tage bergen“, so der Wehrführer. Die Robbe müsse schon länger im Wasser getrieben sein. Sie wies etliche Blessuren an der Haut auf. Über die Todesursache könne Bleyl jedoch nur mutmaßen: „Vielleicht hat sie sich in einem Netz verfangen. Vielleicht hatte sie aber auch einen Zusammenstoß mit einem Schiff.“ Das Meeresmuseum Stralsund hat das Tier am nächsten Tag abgeholt, um es genauer zu untersuchen.


„Eine Epidemie schließe ich aber aus“
Doch nicht nur den Trassenheider Fund hat der Museumstechniker Bernd Schir-meister mitgenommen. Bereits in der vergangenen Woche hatten Urlauber am Strand von Karlshagen eine tote Robbe gefunden. Der Rettungsschwimmer und Naturschutzbund-Mitglied Werner Scheibelt aus Karlshagen hatte den Kadaver sichergestellt und ihn im Naturschutzzentrum Karlshagen in einer für solche Fälle vorgesehenen Tiefkühltruhe aufbewahrt. Scheibelt hatte das Tier als Kegelrobbe und aufgrund seiner Größe und Fellfärbung als Jungtier bestimmt. Auch in Zinnowitz wurde vor Kurzem eine Robbe gefunden.

Dass es derzeit zu solchen Anschwemmungen kommt, sei, so der Biologe Klaus Harder vom Stralsunder Meeresmuseum, aber nichts Ungewöhnliches. Etwa 23 000 Kegelrobben gebe es mittlerweile wieder in der zentralen Ostsee. Feste Liegeplätze hätten sie bislang zwar nur auf Erdholmen, das sind mehrere nordöstlich von Bornholm gelegene Klippen. „Im Winter und Frühjahr sind sie allerdings häufiger auf der Oie anzutreffen. Zu dieser Zeit stellen sie dem Hering nach, der zum Laichen in die Boddengewässer wandert“, erklärt der Meeresbiologe.

Dass gerade jetzt Tiere an die Usedomer Strände angespült werden, liege vor allem an der Nordostströmung der vergangenen Wochen. Harder: „Genaues über die Todesursache können wir erst nach Untersuchung der Tiere sagen. Eine Epidemie wie die Seehund-Staupe schließe ich aber aus.“ Harder wartet jetzt auf die Ergebnisse der Sektion, die das Meeresmuseum Stralsund mit einer Tierärztin an den Usedomer Tieren vorgenommen hat.

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