Arbeitseinsatz im NSG Insel Böhmke 28.02.2015

Text und Fotos: Bernd Schirmeister

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Bericht über den Arbeitseinsatz im NSG Insel Böhmke

 

Die Insel Böhmke liegt im Achterwasser in der Nepperminer Bucht. Zusammen mit der Insel Werder bildet sie ein wichtiges Naturschutzgebiet für Wasservögel. Zum Schutzgebiet gehören auch die umliegenden Wasserflächen. Der Werder hat eine Größe von ca. 8 ha, der Böhmke ist gut 3 ha groß. Auf dem Böhmke brütet im Frühjahr eine Reihe von geschützten Wasservogelarten. Dazu gehören v. a. Lachmöwen mit etwa 7000 Paaren sowie Flussseeschwalben mit etwa 110 Paaren. Da diese Koloniebrüter ihre Nester vehement gegen Luftfeinde wie Silbermöwen, Seeadler, Rohrweihen und Krähenvögel verteidigen, brüten in ihrem Schutz weitere Arten. Dazu gehören u. a. Stock- und Schnatterenten mit je ca. 60 Paaren, außerdem Haubentaucher, Höckerschwäne, Grau- und Brandgänse. Letztere sind Höhlenbrüter, so dass für sie Kunstbauten angelegt wurden, in denen sie ungestört ihre Gelege ausbrüten können.

Entscheidend für die Ansiedlung so vieler Vogelpaare ist kurzgrasige Vegetation, die den Tieren einen guten Rundumblick gewährleistet. Im Schilf brüten Möwen und Seeschwalben nicht. Und genau das ist das Problem auf dem Böhmke. In den letzten Jahren haben sich die Schilfbestände weiter ausgebreitet, so dass jährliche Pflegeeinsätze notwendig sind, um das Schilf zu mähen.

Am 28.02. war es wieder soweit. Die untere Naturschutzbehörde hatte zum Arbeitseinsatz aufgerufen, an dem sich kreisweit ehrenamtliche Naturschutzhelfer beteiligen konnten. In Neppermin trafen sich dann insgesamt 14 Kollegen aus der Usedomer Regionalgruppe des NABU sowie des BUND. Auch der Naturpark Usedom war vertreten und natürlich der Betreuer des Schutzgebietes, Herr Starke aus Greifswald. Nachdem sich morgendliche Feuchte und der Nebel verzogen hatte, kam langsam die Sonne raus und es wurde ein schöner Tag. Schwer beladen mit Technik ging es per Boot auf die Insel. Unterwegs erfreuten balzende Seeadler die Naturfreunde. Rotmilane, Singschwäne und nordische Saat- und Blässgänse zogen nach Nordosten, ebenso Kiebitze und Feldlerchen. Auf den umliegenden Wasserflächen rasteten große Trupps von Schell-, Berg- und Reiherenten sowie Gänse- und Zwergsägern. Auch die ersten Möwen hatten sich bereits eingefunden, als wenn sie uns bei der Pflege ihres zukünftigen Nistplatzes zuschauen wollten.  Auf der Insel begrüßten uns Graugänse und Bartmeisen. Aber die Naturbeobachtung trat für heute schnell in den Hintergrund, denn praktischer Naturschutz war angesagt. Nach dem etwas kippligen Anlandemanöver wurden die Motorsensen startklar gemacht, denn sie waren für die nächsten  Stunden wichtiger als Fernglas und Fotoapparat. Für einige war der Umgang mit der Motorsense etwas ungewohnt, schließlich erledigt man als ehrenamtlicher Naturschützer solche Aufgaben nicht jeden Tag. Aber bald hatten sich alle eingespielt und Reihe um Reihe des dicht stehenden Schilfbestandes fiel. Die Biomasse wurde vor Ort belassen. Die Lachmöwen bauen später ihre Nester zwischen und auf dem flach liegenden und langsam verrottenden Schilf. Auch für die Entenvögel sind das begehrte Brutplätze. Sie kriechen einfach unter das liegende Schilf und sind so hervorragend getarnt.

Eine andere Gruppe Naturschützer hatte Motorsägen und Astscheren mitgebracht. Damit wurde den Holunderbüschen Einhalt geboten. Einige werden immer stehen gelassen, weil sie ebenfalls Deckung bieten und für Singvögel wichtige Ansitz- und Singwarten darstellen. Aber wenn sie zu dichte und großflächige Bestände bilden, werden die Zielarten des Schutzgebietes beeinträchtigt.

Nach gut vier Stunden waren die Betten für die Möwen wieder gemacht, die laute Technik verstummte und die notwendige Ruhe kehrte wieder ein. Hoffen wir auf einen guten Bruterfolg im Frühjahr.

 

Bernd Schirmeister

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