Arbeitseinsatz im Polder Waschow  (7.2.15)

Bernd Schirmeister

Bericht über den Arbeitseinsatz im Polder Waschow am Peenestrom nahe Lassan

 

Der zweite Arbeitseinsatz in dieser Woche führte einige Mitglieder und Freunde der NABU- Gruppe am 7.2.15 an den Polder Waschow. Das Gebiet gehört zu einer Reihe von Poldern im Peenetal, die seit Mitte der 90er Jahre nach und nach wieder vernässt wurden. Die ehemals intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen fielen damit aus der Nutzung und großflächig konnten so wertvolle Lebensräume der Natur zurückgegeben werden. Zum Teil geschah das infolge Hochwassereinflusses, bei denen die unter Meeresspiegelniveau liegenden Deiche überspült  und das dahinter liegende ehemalige Intensivgrasland dauerhaft geflutet wurde. Zum Teil sind es aber auch geplante Maßnahmen, die vor allem als Ausgleichsmaßnahmen für große und enorme Flächen verbrauchende  Industrieansiedlungen in unserem Land gesetzlich vorgeschrieben sind.

Der Polder Waschow- Wehrland besteht seit 2007 und liegt direkt am Peenestrom zwischen den Ortschaften Waschow und Bauer- Wehrland. Er hat eine Gesamtgröße von ca. 350 ha und besteht aus zwei Teilbereichen, die durch den Pulowbach getrennt sind. Durch unser Mitglied Olaf Wenzel wird seit 2007 ein systematisches ganzjähriges Brut- und Rastvogelmonitoring durchgeführt. Dabei wurde schnell deutlich, welche große Bedeutung vor allem für die Vogelwelt diese neu entstandenen arquatischen Lebensräume haben. Es stellte sich schnell eine artenreiche Brutvogelfauna aus verschiedenen Entenarten und Rallen, Graugänsen und Höckerschwänen ein. Auch verschiedene Schilf bewohnende Singvögel wie Rohrsänger oder Bartmeisen treten regelmäßig auf. Während der Zugzeiten rasten Grau- und Silberreiher, Gründel- und Tauchentenarten, Säger und Rallen im Gebiet. Auch die Watvögel sind mit einer Reihe von Arten vertreten, von denen z. B. Kiebitz und Flussregenpfeifer auch brüten. In den letzten Jahren bildete sich ein großer Schlafplatz des Kormorans in den alten Eichen und Erlen am Rand des Polders heraus. Im vorigen Jahr brütete die Art erstmals mit einer kleinen Kolonie im Gebiet. Fischotter und Biber sind regelmäßig anzutreffen.

Beim Bau des Polders wurde als Lebensraumelement eine größere Insel aufgeschüttet, die natürlich schnell der Sukzession unterworfen war und dicht mit Schilf bewuchs. Hatten in den ersten Jahren dort noch Kiebitz und Flussregenpfeifer gebrütet, fanden diese bedrohten Arten  nun keinen Lebensraum mehr vor. Deshalb wird die Insel seit drei Jahren im Winter gemäht, um das Schilf zurückzudrängen. Im vorigen Jahr wurde erstmals eine Sommermahd durchgeführt, auf die das Schilf sehr empfindlich reagiert. Der Erfolg war deutlich sichtbar. Das Schilf stand nur noch sehr niedrig und schütter, während auf einer benachbarten, kleinen Vergleichsfläche das Schilf eine hohe und dicht geschlossene Wand bildete.

Nach dem morgendlichen Treff wurden Rucksäcke, Motorsensen und Zubehör über das noch recht dünne Eis zur Insel geschleppt. Wathose ausziehen und Stiefel wieder anziehen. Es war jedoch keine Modenschau, sondern dem Lebensraum und den Witterungsumständen angepasste Bekleidung. Bald dröhnten die Motoren und Reihe um Reihe fiel das Schilf. Zwischendurch gab es einen Schluck aus der Thermoskanne, natürlich mit heißem Tee. Aber warm machte die ungewohnte Arbeit auch so. Gegen Mittag lagen die letzten Halme am Boden.

Auf diese Weise entstehen wieder offene Flächen mit Brutmöglichkeiten auf der Insel. Vielleicht siedeln sich ja sogar einmal Lachmöwen oder Flussseeschwalben dort an.

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