Kopfweidenpflege am Herrendamm (10.02.2018)

Bericht von B. Schirmeister, Fotos von K. Räsch

Kopfweidenpflege am Herrendamm zwischen Pudagla und Stagnieß

 

 

 

Am 10.02.18 wurde der nun schon traditionelle Arbeitseinsatz am Herrendamm bei Pudagla durchgeführt. Ziel war die Pflege der dort gepflanzten Kopfweiden. Die Bäume müssen regelmäßig geschnitten werden, damit die Äste nicht zu groß und zu schwer werden. Dann besteht die Gefahr, dass die Bäume unter der eigenen Last auseinanderbrechen und absterben. Leider kann man solche sterbenden ehemaligen Kopfweiden an einigen Stellen der Insel Usedom sehen, wo die Pflege über Jahre ausgeblieben ist. Früher waren die Weiden ein wichtiges und prägendes Element der bäuerlichen Kulturlandschaft. Die dünnen Ruten wurden zum Korbflechten genutzt, die dickeren Äste ergaben Brennholz, beides heute kaum noch gefragt, zumindest nicht aus heimischer Produktion.

 

Nun also los. Früh um neun Uhr hatten sich insgesamt fünf Mitglieder der NABU- Regionalgruppe Usedom zusammengefunden, unterstützt durch Freunde, Familienmitglieder und den Tierschutzbund. Vom Wetter war im Februar nicht viel zu erwarten, es war frostig und neblig, jedoch ausnahmsweise nicht windig. Bald aber kreischten die Motorsägen, dicke Späne flogen und die ersten Äste krachten zu Boden, schon erwartet von fleißigen Helfern. Denn in Form von Kaminholz gab es sehr wohl eine Nachnutzung. Also wurden die dickeren Stücke am Wegrand für den späteren Abtransport aufgestapelt. Dünnerer Astschnitt bildete zwischen den Bäumen eine dichte Totholzhecke, nach ihrem Erfinder auch Benjeshecke genannt. Diese sackt nach und nach zusammen und gibt so einer Reihe von kleinen Säugetierarten und Vögeln Schutz, Versteck und Brutmöglichkeiten.

 

Überhaupt ist der über zwei Kilometer lange Herrendamm ein sehr abwechslungsreiches Biotop, woran Klaus Behn aus Ückeritz maßgeblichen Anteil hat. Es gibt etliche große Eichen. Dazwischen stehen viele Kopfweiden, gepflanzt durch Klaus Behn. Sträucher wie Holunder, Brombeeren und Wildrosen haben sich von selbst und durch die Hilfe der Vögel angesiedelt. An vielen Stellen blühen im Frühjahr aber auch zahlreiche Wildobstbäume, die ebenfalls von Klaus Behn im Laufe der Jahre gepflanzt wurden. Mit ihrer Blütenpracht bilden sie nicht nur einen optischen Genuss, sondern auch eine wichtige Nektarquelle für Bienen und Hummeln. Die reifen Früchte werden später vom Wild geschätzt. Eine Wildtierart schätzt aber auch das Holz der Äste und Stämme, nämlich der Biber. Einst fast ausgestorben, hat sich die Art wieder gut vermehrt und ist auf Usedom inzwischen flächendeckend in geeigneten Lebensräumen verbreitet, auch am Herrendamm. Und so ist es notwendig, viele der erhaltenswerten Gehölze mit Drahtummantelungen vor dem Verbiss durch den Biber zu schützen.

 

Zur Mittagszeit war die Arbeit getan, nach einem kleinen Klönsnack kehrte wieder Ruhe ein und die Wiesen und Hecken gehörten Mäusebussard, Graugans, Nebelkrähe, Kohlmeise, Amsel, Wacholderdrossel und Co. Nur der Kaminholzwerber hatte noch den halben Nachmittag mit dem Abtransport des Holzes zu tun.

 

 

 

Bernd Schirmeister

 

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