
Eigentlich jedes Jahr ein Routineeinsatz, nicht so 2026 in diesem ungewohnt langen und strengen Winter.
Was für ein Planen und Machen unter solchen Bedingungen. Der erste Termin fiel einen heftigen Eisregen zum Opfer, der die gesamte Landschaft mit zentnerschwerer Last einpanzerte und jegliche Arbeiten unmöglich machte.
Und nun nochmal genauso. Wir kamen mit dem neu angesetzten Termin mitten in den Wetterwechsel nach wochenlanger Kälte und ständigem Ostwind hin zu einer westlichen Luftströmung mit deutlicher Milderung und Regen. Aber der machte es heute auf dem noch tief gefrorenen Boden wieder glatt und unsicher.
Wir trafen uns am Sonnabend, den 21.02.2026 um 09.00 Uhr wie gewohnt am Parkplatz des Fortsamtes Neu Pudagla. Nach kurzem Beraten wurde gemeinsam entschieden, den Arbeitseinsatz durchzuführen. Das stellte sich im Laufe des Vormittags dann auch als richtig heraus.
Cornelius, Marisa, Rosi und Felix, Jana und Carsten und der Berichtschreiber waren die heutigen Akteure. Die zu köpfenden sechs Weiden waren bereits im Januar markiert worden, so dass die Arbeiten zügig beginnen konnten. Eigentlich waren es Restarbeiten, weil wir uns im vorigen Jahr ein bisschen viel vorgenommen hatten. Aber nun sind wir einmal längs der Herrendamms durch mit dem Bearbeiten aller Bäume. Nun sollen sie erst einmal wachsen und die arttypischen Köpfe weiter formschön ausbilden können.
Mann- und Frauenpower war da. Technik und Equipment waren auch ausreichend da. Mit vier Motorsägen waren wir komfortabel ausgerüstet, dazu sogar eine Teleskopmotorsäge sowie Astscheren, Leitern und diverses Zubehör.
Unterstützt wurden wir zudem vom THW in Person von Janas Mann. Ein Glücksgriff und äußerst wertvolle Hilfe. Danke Carsten, für deine tolle Unterstützung.
Diese positive Erfahrung hatten wir ja schon mehrmals bei Einsätzen am Peenemünder Haken gemacht, die unsere Gruppe ohne diese hervorragende personelle und technische Unterstützung durch das THW nicht hätte durchführen können.
Heute störten die lauten Motorsägen auch nichts und niemand. Die noch völlig vereisten Wiesen am Herrendamm waren bis auf ein paar Krähenvögel noch ohne sichtbares Leben.
Als großer Vorteil beim Arbeiten erwies sich der vereiste Graben. Eine Prüfung der Eisdicke mit der Motorsäge ergab, dass er tatsächlich bis zum Grund durchgefroren war. So konnte man bequem auf dem Eis laufen und die darauf gefallenen Äste bergen, während wir sie sonst mühsam aus dem Wasser ziehen mussten.
Die dünneren Äste und Zweige der Weiden wurden wieder als Totholz zwischen den Bäumen als Benjeshecken aufgeschichtet. So bilden sie Lebensraum für zahlreiche kleinere Tiere. Und vielleicht auch eine Ablenkfütterung für den Biber. Wir sahen ihn zwar nicht, aber große Löcher in der Böschung und eingefrorene Weidenzweige im nahen Graben verrieten seine Anwesenheit.
Kaminholz fiel auch an. Man staunt doch, wie schnell die Weiden auch wieder herauswachsen und respektabel dicke Äste ausbilden, die nun einmal die Wohnung von Familie Freitag wärmen werden, nachhaltige Nutzung eines nachwachsenden Rohstoffes.
Nach knapp drei Stunden war die Arbeit getan. Unfallfrei, niemand war gestürzt oder hatte sich anderweitig Blessuren zugezogen.
Rosis bereits vorher an Felix erteilte Aufforderung, das Essen zu holen, war dieser unverzüglich gefolgt und kam nun zurück. Womit? Neugierige und erwartungsvolle Blicke.
Auch Carsten hatte mitgedacht, stellte Mobiliar mitten auf den Weg und schon war die Bar eröffnet. Was für ein Ambiente an diesem durchgehend grauen Februartag, Regen von oben, Glätte und Wasser auf dem Weg, alle und alles voller klebriger Sägespäne.
Und nun dazu herrlich duftende warme Linsensuppe, leckeres selbst gebackenes Brot und Gebäck, heißer Tee und sogar richtiges Porzellan.
Was für ein kulinarisches Fünfsterneambiente, so sah es aus und so hat es auch geschmeckt. Herzlichen Dank Rosi und Felix für diese gelungene Überraschung.
Und ein genauso herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer für ihren Einsatz.
Bericht: Bernd Schirmeister

Was wir zum Zeitpunkt der Abfahrt vom Herrendamm noch nicht wussten: Für Carsten war der Tag mit unserem erfolgreichen Arbeitseinsatz noch lange nicht beendet.
Am Nachmittag wurde das THW zu ersten Einsätzen aufgrund von Überflutungen infolge der einsetzenden Schneeschmelze alarmiert. Durch den tief gefrorenen Boden und ebenfalls gefrorene Gräben konnte das Schmelzwasser nicht versickern oder abfließen und vielerorts drohten Keller vollzulaufen, Straßen standen unter Wasser, Feuerwehren und Anwohner benötigten dringend Unterstützung.
Aus einem Einsatz wurden dann viele. Das THW war von Samstagnachmittag bis in den Montagnachmittag hinein nahezu ununterbrochen an verschiedenen Orten unterwegs, um gemeinsam mit Feuerwehren und anderen Helfenden Wassermassen abzupumpen und Schäden zu begrenzen.
Während wir uns nach getaner Naturschutzarbeit zu Hause trocknen, aufwärmen und ausruhen konnten, standen viele Ehrenamtliche weiterhin draußen im Regen und in der Kälte, oft bis an die Belastungsgrenze.
Unser großer Respekt und ein herzliches Dankeschön gelten Carsten und seinen Mitstreitern vom THW ebenso wie allen anderen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die in solchen Situationen selbstverständlich zur Stelle sind.
Und es zeigt uns wieder: Ehrenamt ist keine Selbstverständlichkeit. Es lebt von Engagement, Verantwortungsgefühl und der Bereitschaft, Zeit und Kraft für die Gemeinschaft einzusetzen, sei es im Naturschutz am Herrendamm oder im Katastrophenschutz.
Diese Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung sind ein unschätzbarer Wert für unsere Region. Dafür sagen wir von Herzen: Danke!