Der vorerst letzte Arbeitseinsatz am Wolgastsee

28. Februar 2026

Die heutigen Akteure / ©Bernd Schirmeister
Die heutigen Akteure / ©Bernd Schirmeister

Eine vorbeifahrende Radfahrerin fragte, ob es ein Rentnertreff wäre. Sie hatte übersehen, dass auch Nichtrentner anwesend  und wir zudem mitten in der Arbeit waren.

 

Am 28.02.26 trafen wir uns auf dem Parkplatz am Wolgastsee, einen Monat später als im vorigen Jahr an gleicher Stelle. Aber der lange und kalte Winter hatte unseren Fleiß zwar ausgebremst, aber nicht verhindert.

 

Die Aufgabe war klar: Die letzten ungeschützten Starkbuchen vor dem Fraß des Bibers zu bewahren.

 

Der Wolgastsee lag noch unter dickem Eis, ebenso der Biber. Aber er ist da, wie frische Nagespuren an mehreren Stellen nahe am Seeufer zeigten. Eine aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällte Buche war ins Wasser gestürzt. Absicht? Ablenkfütterung? Jedenfalls war kaum noch Rinde dran.

 

 

Ymir Schreiber, der Revierförster aus Kamminke, unterstützte uns erneut tatkräftig bei der Arbeit, aber auch mit ausreichend Zaunmaterial. Sicherheitshalber hatten wir dazu über den NABU noch Weidezaun erworben.

Aber erst einmal gab es auf dem Parkplatz den Prolog. Kurze Arbeitseinweisung, denn einige Mitglieder waren erstmals bei der Aktion dabei. Im Mittelpunkt stand dabei auch das Ringeln der großen Buchen. Der Biber fällt sie nicht, sondern frisst nur  ringsherum einen breiten Streifen Rinde komplett ab. Dadurch stirbt der Baum langsam ab. Es fällt Licht auf den Waldboden, was zum Auskeimen und Aufwachsen vieler junger Bäume führt. Diese dienen dann dem Biber als Nahrung. Ein erstaunlich komplexes Verhalten, das wir ihm hier aber nicht durchgehen lassen wollten. Sind die großen alten Buchen doch landschaftsprägend am Wolgastsee und erfreuen Bewohner wie Touristen gleichermaßen auf Wanderungen am See.

 

Ungewöhnlich war das Wetter, sonnig, warm, kaum Wind, eher unüblich bei unseren Einsätzen.

 

 

Christiane, Cornelius, Felix, Harald, Helga, Kathrin, Marisa, Rosi, Margit und der Schreiber des Berichtes waren die heutigen Akteure. Genug Arbeitskraft, um die ganze Aktion nun zu einem Abschluss zu bringen. 

Zuschnitt der Ummantelung / ©Marisa Kaster
Zuschnitt der Ummantelung / ©Marisa Kaster

Umfang der ausgewählten Bäume messen, ca. 30 cm zugeben, damit die Bäume nicht in den Zaun einwachsen, Zaun zuschneiden, Baum ummanteln, indem die aufgeschnittenen Maschen gleich zum Einhängen des Zaunfeldes genutzt wurden - wie immer.

 

Wie immer ging das am besten in Zweierteams. Werkzeug auch wie immer: Weidezaun, Arbeitshandschuhe, Drahtscheren, Seitenschneider, Bandmaß, Gliedermaßstab (Zollstock), kleine Sägen und Astscheren, um störende Äste zu entfernen.

 

 

Es gab noch Restarbeiten am Nordostufer des Wolgastsees. Einzelne alte Buchen waren dort  zu schützen. Es ging heute aber auch um den Nachwuchs der Bäume. Dünnere Buchen fällt der Biber komplett für seine Zwecke. Dann wird es in absehbarer Zeit keine Starkbuchen am See mehr geben. So ummantelten wir also auch die zukünftigen Starkbuchen mit Weidezaun, was den Vorteil hatte, dass eine 50 m- Rolle eine ganze Weile ausreichte.

 

Die Hauptarbeit war heute jedoch am Westufer zu leisten. Dort hatte Ymir, z.T. mit Schülern der Zirchower Schule, in den vergangenen Jahren bereits die meisten Starkbuchen mit Zäunen ummantelt. Also ging es auch hier um Nachwuchsförderung. Wir kamen so gut voran, dass sogar noch eine ganze Menge Ahornbäume geschützt werden konnten. Davon waren reichlich ausgekeimt, teilweise standen die Bäumchen wie Gestrüpp am Waldboden. Aber etliche hatte der Biber auch bereits gefällt, so dass wir größere Exemplare seinen scharfen Zähnen entziehen konnten.

Spuren der Anwesenheit des Bibers / ©Bernd Schirmeister
Spuren der Anwesenheit des Bibers / ©Bernd Schirmeister

Fertig, schon vor dem Mittag. Nun gab es Tee, Obst, Nüsse, Süßigkeiten und einen gemütlichen Plausch, bevor wir uns zufrieden über den erfolgreichen Einsatz und seine Ergebnisse ins Restwochenende verabschiedeten.

 

 

Zum Schluss noch einen herzlichen Dank an Ymir für seine Unterstützung und an alle Akteure fürs fleißige Tun.

Bericht: Bernd Schirmeister