Viele fleißige Hände
Viele fleißige Hände

10.04.26 - Der Tag vor dem Arbeitseinsatz

 

In den letzten Wochen haben mich unsere Erlebnisse rund um die Aktionen für die Flussseeschwalben in Netzelkow immer mal wieder an das Märchen vom Süßen Brei erinnert: War das eine erledigt, kam das nächste Problem zu Tage. Die Dinge bekamen ein Gewicht, welches das gewohnte Maß kräftig überstieg. 

 

Wir Mitglieder des NABU Insel Usedom sind ja nur Ehrenamtler, die neben dem Ehrenamt auch noch Familie und Beruf haben. Ja, die Verhältnisse hatten sich zeitweise umgekehrt.

 

Aber wir hatte das Seeschwalben-Projekt ja nun mal angefangen. Auf halber Strecke aufzugeben, das war keine Option.Erst recht galt das jetzt vor dem vorerst letzten Arbeitseinsatz: Die Plattform zum Brüten ist bereitet, es kommen hoffentlich viele Flussseeschwalben, um ihre Küken großzuziehen. Aber so, wie der Zaun gestaltet ist, ist er immer noch nicht sicher gegen kletter- und schwimmfreudige kleine Raubsäuger, namentlich den schon erwähnten Mink. Ein einziger Mink könnte sämtliche Bruten zunichtemachen. Dagegen musste Vorsorge getroffen werden.

 

Rücksprache mit Fachleuten zeigte uns einen guten Weg. Nach einigen Telefonaten war auch klar, welche Materialien und Werkzeuge gebracht werden.

 

Als Termin musste der 11.4. gewählt werden, der Samstag knapp vor Ankunft der Seeschwalben. Am vorhergehenden Wochenende, zu Ostern wäre kaum jemand zum Helfen gekommen.

 

Ostern…, nicht ganz unerwartet kamen die Feiertage dazwischen. Jeder war irgendwie anders involviert, Absprachen gab es zu der Zeit nicht. Es kamen nur Absagen, eine nach der anderen. Schnell war klar, dass wir aus dem Kreis unserer Regionalgruppe nicht genügend Helfer rekrutieren konnten.

 

So wurden Mitstreiter außerhalb der Gruppe gefragt. Auch das lief ins Leere. Jedoch boten unsere Partner des Vereines Jordsand e.V. uns an, unsere Anfrage in ihrem Netzwerk unter den Greifswalder Studenten zu streuen. So nach und nach trudelten Zusagen ein. Die Stimmung hob sich. Sie war zwischenzeitlich ziemlich im Keller. Auch das Organisieren der notwendigen Materialien war komplizierter als gedacht.

 

 

Bernd Schirmeister, einer unserer Haupt-Akteure, konnte zu diesem Zeitpunkt aus privaten Gründen nicht mitmachen. Schwierig nur, dass viele weitere Mitstreiter gewohnt waren, sich an ihn zu wenden. 

Mittlerweile hat sich das Wesentliche sortiert. Das Wetter ist kalt, aber trocken und relativ windstill angesagt. Morgen früh werden wir starten.

 

Meine Vorfreude auf den Tag mischt sich mit einer großen Portion Stolz auf unsere Gruppe und Freude daran, dass wir mit tatkräftigen, verlässlichen Partnern zusammenarbeiten.

 

Noch ist das Ergebnis unserer Arbeiten offen: Was werden die Seeschwalben zu den Pontons sagen? Abwarten!

 

 

Bericht: Kathrin Räsch


11.04.2026 - Der Tag des Arbeitseinsatzes

 

Für den Arbeitseinsatz vom NABU hatte sich eine große Gruppe von 11 Freiwilligen zusammengefunden. Wir trafen uns um 8:30 am Yachthafen in Netzelkow auf Usedom. Die erste schöne Überraschung des Tages waren die vielen Rauchschwalben, die hier ihre Kreise zogen, für viele von uns die erste Beobachtung in diesem Jahr.

 

Es war ein klarer Morgen und das Wasser lag spiegelglatt da, beste Bedingungen für die Arbeit auf den schwimmenden Plattformen. Auf dem von den Flussseeschwalben in den letzten Jahren genutzten Ponton wurde bereits zwei Wochen zuvor viel vorbereitet. Sand, Taue und Unterschlüpfe waren bereits verteilt. Nun fehlte noch ein Zaun, der verhindern soll, dass Küken ins Wasser stürzen, und dass nicht-fliegende Prädatoren (vor allem der Mink) auf das Ponton gelangen.

 

Ein zweiter Ponton direkt daneben sollte außerdem mit Sand versehen werden. Dies soll einen alternative Brutfläche darstellen für den Fall, dass der umzäunte Ponton nicht angenommen wird.

 

Es wurden Teams gebildet, Sandeimer auf das Boot geladen und die Helfenden auf die zwei Pontons verteilt. 

Bei strahlendem Sonnenschein wurde der Zaun dank
der vielen Hände und der guten Koordinierung schnell aufgestellt und sicher befestigt. Es wurden Mulden in den Sand gedrückt und ein wenig Schilf verteilt, um ideale Voraussetzungen für den Nestbau bereit zu schaffen. Und dann wurden wir auf die Dringlichkeit der Fertigstellung dieser letzten Maßnahmen erinnert. Eine Flussseeschwalbe setzte sich in einiger Entfernung auf einen Pfahl und beobachtete unser Treiben. Später 
sahen wir noch eine Zweite.

 

Um ca. 11 Uhr waren wir schon wieder an Land und freuten uns auf eine Stärkung. In gemeinsamer Runde ließen wir den Einsatz beim Grillen ausklingen. Es war toll, sich mit den anderen Freiwilligen auszutauschen und wir fuhren mit dem schönen Gefühl, Teil dieses Projekts gewesen zu sein, zurück nach Greifswald.

 

 

Bericht: Eva Stöbbe

Fotos: Kathrin Räsch, Eva Stöbbe